Lieber Interessent an einer SPI-Mitgliedschaft
Die SPI steht schon seit Unternehmensgründung für Transparenz, Offenheit und auch so manches "direkte" Wort und möchte daher jeden Interessenten, der ernsthaft mit dem Gedanken spielt, der SPI beizutreten ganz offen über die Hintergründe unserer Beitragsanpassung informieren, die zum 01.10.2004 in Kraft getreten ist:
Wir möchten jeden ernsthaften Interessenten an einer Mitgliedschaft in unserer Interessengemeinschaft bitten, nachstehende Ausführungen aufmerksam zu lesen, da es nicht zuletzt um die langfristigen Perspektiven und somit die Zukunft des Schwarzpulverschießens in Deutschland geht:
Unsere Bemühungen die schlechten Rahmenbedingungen, zu welchen das Schwarzpulverschießen in Deutschland derzeit stattfindet zu optimieren, haben inzwischen einen Umfang angenommen, welcher zu Beginn so nicht vorgesehen war. Gut 2 Jahre nach Gründung der SPI verfügen wir über 15 Vereine, sind bei mehr als 500 Mitgliedern an 53 (!) Standorten in ganz Deutschland vertreten, an denen regelmäßig nach der Wettkampfordnung der SPI trainiert und an denen Qualifikationen zwecks Teilnahme an SPI-Meisterschaften abgelegt werden können. Die Ausweitung auf Standorte außerhalb Deutschlands wird schon im Laufe des Jahres 2005 Realität. Schwarzpulverschützen aus Schweden, Tschechien, Frankreich und Ungarn haben Ihre Teilnahme an der 1. Internationalen SPI-Schwarzpulverfernwettkampfmeisterschaft am 02.07.2005 avisiert.
Außer unserem Bemühen, am Schwarzpulverschießen interessierten Kreisen die Mitgliedschaft in der SPI nahe zu bringen, haben - neben kontinuierlicher aktiver und passiver Messepräsenz in Stuttgart, Nürnberg und Kassel - unzählige Vortragsabende in Sachen Schwarzpulverschießen/Waffenrecht und Wettkampfveranstaltungen vom Sichtungsschießen über Nord-, Süd, Mittel- und Westdeutsche Meisterschaften bis hin zur Deutschen Meisterschaft stattgefunden. Unser Wettkampfprogramm wurde und wird auch weiterhin kontinuierlich ausgebaut.
Sehr frühzeitig wurde bereits Mitte Oktober 2003 für jedes Mitglied eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, um den gesetzlichen Vorgaben im Sprengstoffgesetz in vollem Umfang zu entsprechen und unsere Wettkampordnung, die sich deutlich von der anderer Verbände abhebt, auch versicherungsrechtlich abzudecken. Wir wollten einem SPI Schützen nicht auch noch das Risiko der persönlichen Haftung bei Teilnahme an von der SPi veranstalteten Wettkämpfen zumuten. Jedes SPI-Mitglied ist deshalb - auch im Ausland - in der Ausübung seines Hobby zu einem genau definierten Umfang haftpflichtversichert. Der Versicherungsumfang deckt auch den nach dem Sprengstoffrecht für Erlaubnisse nach §27 vorgegebenen Mindestumfang.Die Versicherungsprämie ist ebenfalls bereits im SPI-Mitgliedsbeitrag beinhaltet.
Besuchern der Waffenmessen in Stuttgart und Kassel ermöglichen wir durch Zusendung von Eintrittsgutscheinen entsprechend vergünstigte Messebesuche. I.d.R. bekommt jedes Mitglied für die WBK in Kassel und die IWB in Stuttgart jeweils 3 Vorteils-Coupons, der einen Preisnachlass beim Eintritt in Höhe von je 3,-- € einräumt.
Ein professioneller Auftritt im Internet konnte inzwischen ebenfalls realisiert werden. Heute können dort alle relevanten Ergebnisse zeitnah heruntergeladen und sämtliche SPI Veranstaltungen virtuell in Form von Bildergeschichten von allen homepage-Besuchern nachvollzogen werden. Der Internetauftritt soll weiter kontinuierlich ausgebaut werden.
All das muss finanziert, zentral organisiert, durchdacht, abgesprochen und koordiniert werden. Allein ein flächendeckendes Netz von derzeit 53 Standorten aufzubauen war mit viel Aufwand verbunden. Es soll zunächst qualitativ und dann quantitativ weiter ausgebaut werden.
Auch unsere Bemühungen im Markt flächendeckend die 500 Gramm Gebinde der wichtigsten Schwarzpulversorten (wieder-)einzuführen waren nur mit sehr vielen kostenintensiven Reisen und persönlichem Einsatz vor Ort bei den Herstellern und Lieferanten erfolgreich abzuschließen.
Die Programmierung einer SPI-spezifischen Auswertungssoftware zur Durchführung von Meisterschaften war ebenfalls sehr arbeitsintensiv aber andererseits unabdingbar. Beinahe 6 Wochen wurde in diesem Zusammenhang fast rund um die Uhr eifrig programmiert. Heute spielt es keine Rolle mehr, ob 10, 100 oder 1000 Starter an einer SPI-Meisterschaft teilnehmen.
Wie eingangs gesagt, war mit dieser Entwicklung unserer Idee, die mit dem Aufbau einer Schwarzpulverabteilung bei den Vereinigten Schützen in Wolnzach im Oktober 2001 begann, nicht im Entferntesten zu rechnen. Es gehört nicht viel dazu, um selbst errechnen zu können, dass Beitragseinnahmen in Höhe von 2,--€ je Mitglied und Monat bei weitem nicht ausreichen, die genannten Aktivitäten finanzieren zu können, zumal ja noch 16 % Mehrwertsteuer aus allen SPI-EInnahmen an das Finanzamt abgeführt werden müssen. All das was die SPI bietet soll letztlich weniger wert sein, als das Bier, was im Anschluss an das Schießen im Vereinsheim getrunken wird...
Neben erheblichen Summen, welche wir in zunehmendem Maße seit Bestehen der SPI zusätzlich aus privaten Mitteln aufgebracht haben, war eine Vernachlässigung der eigentlichen hauptberuflichen Unternehmung gar nicht zu vermeiden.
Im Sommer 2004 standen wir daher vor der alles entscheidenden Frage, ob wir die SPI professionell weiter vorantreiben oder aber die SPI nur noch im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung betrachten sollten.
Wir haben uns nach einem Meeting mit unseren Regionalrepräsentanten Anfang Juni 2004 dazu entschieden, die SPI ab sofort professionell zu betreiben, wozu allerdings nach 2 Jahren investiver Phase nun auch die finanziellen, organisatorischen und personellen Grundvoraussetzungen geschaffen werden mussten.
Mit einer ganzen Reihe von SPI-Mitgliedern, privaten und geschäftlichen Freunden, Partnern und Bekannten haben wir im Frühjahr und Sommer 2004 ausgiebig über dieses Problem gesprochen, wobei wir auf viel Verständnis aber auch auf Kritik gestoßen sind. Uns wurde u.a. gesagt, dass die Schützenvereine auch ohne Gewinn existieren würden und die Mitglieder oder ein Teil derselben ehrenamtlich tätig wären. Dies ist richtig und der Wunsch durchaus verständlich, ohne Beitragserhöhung in ganz Deutschland Neueinsteiger anzuwerben und Wettkämpfe und sonstige Aktivitäten - im bereits dargestellten Umfang - zu organisieren und auszurichten. Die Frage ist nur, wer es sich leisten kann, auf Dauer die über den bisherigen Beitrag (2 €/Monat!!) hinausschießenden Kosten selbst zu tragen und einen Vollzeit-Job im Innen- und Außendienst ehrenamtlich wahrzunehmen. Wir können dies auf Dauer leider nicht.
Wir haben dies mehrfach intensiv durchgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die abschließende Anhebung auf 4,-- € monatlich (einschließlich MwSt.) pro Einzelmitglied mindestens erforderlich ist, um die Aufgabe auf Dauer im erforderlichen Umfang auszuüben.
Aus diesem Grund bitten wir um Verständnis, dass wir die Mitgliedsbeiträge ab 01.10.2004 auf monatlich 4,-- € inkl. MwSt. angehoben haben. Bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres bleiben alle Mitglieder beitragsfrei. Für Neubeitritte ab dem 01.10.2004 wird zusätzlich eine Aufnahmegebühr in Höhe von 24,-- €, ab dem 01.10.2005 dann in Höhe von 48,-- erhoben.
Um auch all denjenigen eine Mitgliedschaft in der SPI zu ermöglichen, die sich in diesen schweren wirtschaftlichen Zeiten den SPI-Beitrag tatsächlich nicht leisten können, haben wir die Möglichkeit eines hälftigen Beitragssatzes vorgesehen. Am Geld allein soll die Möglichkeit zur Mitgliedschaft in der SPI nicht liegen!
Fest geplant und im "Budget" vorgesehen ist unter anderem eine Fachzeitschrift für Schwarzpulverschützen ("SPI-Journal"), welche jeweils im Oktober/November und April/Mai kostenlos zugestellt wird. Abhängig von der Mitgliederentwicklung ist es durchaus denkbar, dass das SPI-Journal zu gegebener Zeit dann auch quartalsweise aufgelegt wird.
Dieses Journal hat u.a. die Aufgabe, den Zusammenhalt aller Schwarzpulverschützen zu fördern, alle Schützen über die Aktivitäten der SPI, über deren Veranstaltungen, Meisterschaften, Messeteilnahmen etc.. so frühzeitig zu unterrichten, dass jedem Mitglied - vor allem auch jenen, die noch nicht über einen Zugang zum Internet verfügen - die Möglichkeit gegeben ist, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen.
Zusätzlich zu den schon angebotenen Wettkämpfen und Meisterschaften wird ab der Wettkampfsaison 2004/2005 von SPI-Mitglied Wolfgang Dosch auf Basis der SPI Wettkampfordnung eine Meisterschaft organisiert und ausgerichtet, auf der nur Originalwaffen zugelassen sind.
Diese fand erstmals am 21.05.2005 in Weinheim statt udn wird künftig jährlich imem ram Wochenende nach Pfingsten ausgerichtet.
Auch werden unsere Bemühungen, SPI-Mitgliedern wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen nicht nur auf reduzierte Eintrittspreise bei den Messen in Kassel und Stuttgart begrenzt bleiben: Je höher unsere Mitgliederzahl ist, desto erfolgreicher werden die Bemühungen in diesem Bereich sein. Erste Angebote von SPI-Mitgliedsunternehmen sind auf unsere homepage im Internet unter "Aktuelles" - "Sonderangebote nur für SPI-Mitgleder" schon eingestellt.
Natürlich unterstützen wir alle Mitglieder in der Erbringung eines Einzelnachweises gegenüber der zuständigen lokalen Genehmigungsbehörde nach Pkt 27.8.1 oder 27.8.2 der SprengVwV für das benötigte Schwarzpulver bzw. die entsprechende Verlängerung einer abgelaufenen Erlaubnis nach §27 des Sprengstoffgesetzes. Die nach dem Sprengstoffgesetz geforderte Haftpflichtversicherung ist bereits über den Mitgliedsbeitrag für jedes Mitglied beinhaltet.
Die SPI bietet in Ihrer Funktion als Schwarzpulververband, der Tradition und Brauchtum in besonderer Weise fördert u.a. auch ein Regelbedürfnis im Sinne des §16 Absatz 1 des WaffRNeuRegG für Einzelladerlangwaffen und Repetierlangwaffen entsprechend den Bestimmungen im Waffengesetz bzw. für "Vorderlader- und Böllerschießen" u. "Laden und Wiederladen von Patronenhülsen" den Bedürfnisnachweis auf Basis des Einzelnachweises im Sinne von 27.8.1 der SprengVwV. In Ihrer Funktion als "schießsportliche Vereinigung" und Schwarzpulververband unterstützt die SPI Ihre Mitglieder zusätzlich zu §16 auch noch in den Möglichkeiten eines Einzelnachweises nach §8 Abs. 1 des WaffRNeuRegG für sämtliche in der Wettkampfordnung der SPI aufgeführten erlaubnispflichtigen Waffen sowie den Bedürfnisnachweis für Munition von ansonsten erlaubnisfreien Waffen (Perkussionshinterlader, Zündnadelgewehre etc..).
Einige Waffenarten werden bei anderen Verbänden überhaupt nicht wettkampfmäßig angeboten. Ein Bedürfnisnachweis kann in solchen speziellen Fällen exklusiv und nur über eine Mitgliedschaft in der SPI geführt werden. Auch in Training und Wettkampf sind diese speziellen Waffentypen i.d.R. nur bei Mitgliedern der SPI haftpflichtversichert.
Wir alle freuen uns über jedes alte und neue Mitglied, welches die Gemeinschaft von Gleichgesinnten durch seine Teilnahme an Veranstaltungen der SPI und durch seine Beiträge fördert, haben immer ein offenes Ohr für unsere Mitglieder, vertreten weiterhin wirksam deren Interessen gegenüber Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und beraten diese gerne auch in Zukunft in allen Angelegenheiten des Schwarzpulverschießens. In diesem Sinn verbleiben wir
mit kameradschaftlichen Grüßen
Helmut Leiser
Wolnzach, den 01.07.2005