Neue
Schießstandrichtlinien
Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 23.
Oktober 2012 traten bundesweit die neuen
Schießstandrichtlinien in Kraft.
Es ist davon auszugehen, dass eine nicht unerhebliche
Anzahl von Schießsständen die neuen und teilweise
massiv verschärften Vorgaben nicht mehr erfüllen und
die Betreiber es sich aus wirtschaftlichen Gründen
nicht mehr leisten können, die von Ihnen betriebenen
Schießstände so nachzurüsten, dass diese die neuen
Vorgaben in vollem Umfang erfüllen. Insbesondere die
in den Vorgaben vorgeschriebenen Luftmengen, die in
geschlossenen Schießständen zu bewegen sind, können in
der Mehrzahl der Fälle nur durch 5-stellige
Investitionssummen in die Be- und
Entlüftungstechnik realisiert werden.
Insbesondere die jeweils zuständigen
Genehmigungsbehörden nehmen die Ende Oktober 2012 in
Kraft getretenen
Achtung:
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.pdf-Files ist größer 7 MB (längere Downloadzeit
beachten!)
"Richtlinien für die Errichtung, die Abnahme und
das Betreiben von Schießständen"
(offizielle Bezeichnung!)
zum Anlass, die in Ihrem Zuständigkeitsbereich
betriebenen Schießstätten auch ausserhalb der bislang
geübten Prüfungszeiträume im Rahmen einer
ausserordentlichen Prüfung auf die Einhaltung der
neuen Bestimmungen hin zu überprüfen. So kann es
durchaus sein, dass schon zum Jahresbeginn der ein
oder andere Schießstandbetreiber mit dem Entzug seiner
Betriebserlaubnis rechnen muss, so er nicht bereit
oder in der Lage ist, die erforderlichen Investitionen
zu tätigen.
Keine Frage: Jeder Schießstandbetreiber muss - in
einem wirtschaftlich vertretbaren Umfang -
sicherheitstechnische Vorgaben und Auflagen erfüllen,
um Leben und Gesundheit der Schießstättennutzer nebst
Besuchern nicht zu gefährden. Wie in so vielen anderen
Beispielen in unserem Land muss sich aber jeder selbst
die Frage beantworten, ob es dazu eines Werkes von
über 112 Seiten (!) bedarf.
Es wäre nicht das erste Mal in der jüngeren Geschichte
unseres Landes, wo durch ein "Zu viel" an Regelungen
irgendwann einmal gar keine Regelungen mehr
erforderlich sind, weil - letztlich aus
wirtschaftlichen Gründen - der weitere Betrieb von
Anlagen eingestellt werden musste. Im speziellen Fall
ist nicht auszuschließen, dass - auf Grundlage der
Salami-Taktik - genau dieses strategische Ziel
verfolgt wird: Stück für Stück mit immer
schärferen und somit irgendwann einmal nicht mehr
finanzierbaren Auflagen die Anzahl der noch
zugelassenen Schießstätten weiter zu reduzieren.
Vorderladerschützen kann es in Einzelfällen schon
jetzt passieren, dass Sie für Ihr regelmäßiges
Training bis zu 100 km Anfahrt (und mehr!)
zurücklegen zu müssen, um mit Ihren Vorderladern gemäß
den gesetzlichen Vorgaben auf einer - für den offenen
Umgang mit Schwarzpulver (noch!) zugelassenen -
Schießstätte regelmäßig trainieren zu können. Auch das
Händlernetz, bei dem das Schwarzpulver regulär
erworben werden kann, wird von Jahr zu Jahr dünner.
Wir kennen Schützen, die in Grenzfällen bis zu 200 km
zurücklegen müssen, um an Ihr Pulver zu kommen.
Vorgenannte Problematik (dünnes
Pulverfachhändlernetz!) war im Übrigen mit ein Grund,
von Anfang an gleich mehrere Meisterschaften der SPI
am Standort in Sersheim auszutragen, weil dort vor Ort
das für Training und Wettkampf erforderliche
Schwarzpulver in allen handelsüblichen Körnungen und
Gebinden der jeweils gängigen Marken und Hersteller
(WANO, Powex und Schweizer Pulversorten) erworben
werden kann. Wer jedes Jahr Anfang Mai an der - im
Übrigen offen ausgetragenen - Süddeutschen
Meisterschaft der SPI in Sersheim teilnimmt und
Zuhause in seiner näheren Umgebung keinen
Pulverfachhändler zur Bedarfsdeckung im Zugriff hat ,
kann sich in Sersheim vor Ort ausreichend mit
Schwarzpulver so weit eindecken, dass es zumindest bis
zum zweiten Septemberwochenende im selben Jahr reicht,
in der dann in Sersheim wiederum, die Deutsche
Meisterschaft ausgetragen wird.
Dennoch: Alles in allem ist eine klare Tendenz
erkennbar: das Schwarzpulverhobby zu betreiben wird
von Jahr zu Jahr aufwändiger und in Folge auch teurer.
Bleibt nur zu hoffen, dass unter diesen Bedingungen
nicht noch mehr Schwarzpulverschützen im wahrsten
Sinne des Wortes "Die Flinte ins Korn werfen" und das
bislang mit viel Spaß und Freude ausgeübte Hobby
aufgeben.
In diesem Sinn
wünschen wir allen Schwarzpulverhobbyisten den zum
Fortführen des Hobby immer häufiger zwingend
erforderlichen zeitlichen und finanziellen
Durchhaltewillen. Vielleicht können
"Fahrgemeinschaften" ein erster Ansatz sein, um der
aktuellen Entwicklung zielführend entgegenzuwirken.
Wenn sich 5 Schützen zusammenschließen und gemeinsam
eine 100 km entfernte Schießstätte zu Trainingszwecken
aufsuchen und jede Woche ein anderer die Fahrt
durchführt, dann hat am Ende jeder nur noch den
Aufwand zu tragen, der wöchentlich für eine Entfernung
von 20 km zu tragen wäre....
In diesem Sinn und der Hoffnung erste kleine
Denkanregungen zur Reduzierung des mit dem Hobby
verbundenen Aufwandes geliefert zu haben verbleiben
wir
mit kameradschaftlichem Gruß
Eure
SPI
Wolnzach, den 18.11.2012
PS: Wer sich im Detail über die neuen
Schießstandrichtlinien informieren will, kann sich
diese mit nachfolgendem Link im .pdf-Format
herunterladen.
Achtung: die
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"Richtlinien
für die Errichtung, die Abnahme und das
Betreiben von Schießständen"